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Griechische Hochzeitsbräuche und ihre Bedeutung

Was sind griechische Hochzeitsbräuche, und was bedeuten sie?

Die Stefana, der gemeinsame Becher und der Geldtanz gehören zu den Bräuchen, die einem deutschen Gast zuerst auffallen, und jeder trägt eine eigene Bedeutung.

Wer zum ersten Mal auf eine griechische Hochzeit eingeladen ist, erlebt Momente, die auf den ersten Blick fremd wirken: Kronen, die getauscht werden, Geldscheine, die an die Kleidung geheftet werden, ein Paar, das aus demselben Becher trinkt. Dahinter steckt kein Zufall, sondern jeweils ein Symbol mit eigener Bedeutung. Die Reihenfolge des Tages steht auf der Seite Ablauf einer deutsch-griechischen Hochzeit.

Diese Seite beschreibt die übliche Praxis. Verbindlich ist, was die jeweilige Gemeinde festlegt; fragen Sie dort nach, bevor Sie planen. Stand dieser Seite: Oktober 2026.

Die Symbole der Trauung: Kronen und gemeinsamer Becher

In der Kirche tauschen Priester und Trauzeugen die Stefana, zwei miteinander verbundene Kronen, zwischen Braut und Bräutigam. Die Kronen stehen für die Verbindung des Paares. Ein zweites festes Bild ist der gemeinsame Becher: Braut und Bräutigam trinken daraus, als Zeichen dafür, dass sie ab jetzt teilen, was kommt.

Was genau in der Zeremonie passiert und wie lange sie dauert, legt die jeweilige Gemeinde fest, nicht das Paar und nicht ich. Mehr dazu, auch dazu, warum in der Kirche keine Instrumente gespielt werden, steht auf der Seite Musik bei der griechisch-orthodoxen Trauung.

Kleine Bräuche, die oft auffallen

Reis werfen

Reis gilt in vielen Kulturen als Zeichen für Wohlstand und ein gutes gemeinsames Leben. Bei griechischen Hochzeiten ist das nicht anders: Gäste werfen ihn, wenn das Paar aus der Kirche kommt.

Teller zerbrechen

Ob dabei wirklich Geschirr zu Bruch geht, entscheidet meist das Lokal: aus Versicherungsgründen sagen viele Häuser von vornherein Nein, und wo es erlaubt ist, klärt man das vorher ab.

Der erste Tanz

Auch bei einer griechischen Hochzeit tanzen Braut und Bräutigam irgendwann allein, bevor der Saal sich dazu gesellt, ähnlich wie bei einer deutschen Feier.

Kostas Pittadakis spielt bei einer Hochzeit unter einem Pavillon, Gäste sitzen an gedeckten Tischen

Der Geldtanz: Wünsche in Scheinen

Beim Geldtanz stecken Gäste Braut und Bräutigam während des Tanzens Geldscheine an die Kleidung oder reichen sie direkt. Wer möchte, tanzt kurz mit, wünscht etwas und gibt den Schein weiter. Die Musik hält den Moment zusammen: sie bricht nicht ab, solange noch jemand ansteht.

Auf welchen Titel das passiert, sprechen wir vorher ab, und im Saal richte ich mich nach dem, was die Familie sich wünscht.

Koumbaros und Koumbara: mehr als Trauzeugen

Koumbaros und Koumbara sind die Trauzeugen einer griechischen Hochzeit, aber ihre Rolle reicht über die Trauung hinaus. Während der Zeremonie haben sie eine sichtbare Aufgabe bei den Stefana, wie genau das abläuft, bestimmt die Gemeinde. Danach bleiben sie eine feste Bezugsperson für das Paar, oft auch für spätere Kinder.

Wer als Koumbaros oder Koumbara gebeten wird, übernimmt damit mehr als eine Rolle für einen Tag. Bei einer deutsch-griechischen Hochzeit ist das oft der Moment, an dem die deutsche Seite der Familie merkt, wie ernst diese Position genommen wird.

Für eine orthodoxe Trauung in Deutschland geht ein Antrag auf bischöfliche Erlaubnis an den Metropoliten der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. Im Formular dazu, das die Münchner Salvatorkirche zum Herunterladen anbietet, stehen zwei Trauzeugen mit Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Glaubensbekenntnis, und sie unterschreiben den Antrag mit. Ob der Koumbaros orthodox sein muss, legt das Formular nicht fest; das klärt man mit der eigenen Gemeinde.

Manche Gemeinden schreiben es ausdrücklich vor. Die Richtlinie der griechisch-orthodoxen Kathedrale St George in Greenville, USA, verlangt, dass Koumbaros oder Koumbara Mitglied der orthodoxen Kirche sind; wer aus einer anderen Gemeinde kommt, bringt ein Schreiben des eigenen Priesters mit. In der Trauung tauschen sie die Ringe und die Kronen und halten das Band, wenn das Paar um den Tisch geht. Traditionell kauft der Koumbaros dort die Kronen, das silberne Tablett, die Mandeln und die Kerzen für die Zeremonie. Oft, aber nicht immer, wird er später Pate des ersten Kindes.

Quellen: Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland, „Antrag um bischöfliche Erlaubnis für Eheschließung“, Formular der Kirchengemeinde Verklärung des Erlösers zu München (Salvatorkirche); Guidelines for Marriage, Saint George Greek Orthodox Cathedral, Greenville, Praxis einer einzelnen Gemeinde. Beide abgerufen am 22.10.2026.

Koufeta und Bonbonniere: das Gastgeschenk

Koufeta sind Zuckermandeln. Gäste bekommen sie in der Bonbonniere (μπομπονιέρα), einem kleinen Gastgeschenk. Nach griechischem Volksglauben liegen sie in ungerader Zahl darin, damit die Ehe eine einzige bleibt. Das ist Volksglaube, keine Kirchenregel.

Werfen sollte man sie in der Kirche nicht ungefragt: St George in Greenville etwa untersagt Blütenblätter, Reis und Koufeta im Mittelgang, um den Teppich zu schonen. In München schreibt die Salvatorkirche: „In der Kirche werden die Brautleute nicht mit Reis beworfen.“ Auch das legt jede Gemeinde selbst fest.

Quellen: Guidelines for Marriage, Saint George Greek Orthodox Cathedral, Greenville (Griechisch-Orthodoxe Erzdiözese von Amerika), Praxis einer einzelnen Gemeinde; Salvatorkirche München, Seite „Sakramente: Trauung“; in.gr, „Γιατί τα κουφέτα στις μπομπονιέρες είναι πάντα σε μονό αριθμό“, 16.01.2020. Alle abgerufen am 22.10.2026.

Kalamatianos: der Tanz, der alle verbindet

Der Kalamatianos ist ein Kreistanz: alle fassen sich an den Händen, bilden einen Kreis oder eine Reihe, und wer vorne führt, gibt die Richtung vor. Niemand muss die Schritte von Anfang an können, man hakt sich einfach ein und läuft mit. Genau das macht ihn zu einem Tanz, bei dem auch die deutsche Seite der Familie mitmachen kann.

Ob solche Tänze live gespielt oder von einer Aufnahme abgespielt werden, ist eine eigene Abwägung, die ich auf der Seite DJ oder Live-Band bei einer griechischen Hochzeit beschreibe. Mein eigenes Angebot dafür steht auf der Seite griechische Hochzeitsmusik in München.

Häufige Fragen zu griechischen Hochzeitsbräuchen

Warum tragen griechische Brautpaare Kronen (Stefana)?

Die Stefana stehen für die Verbindung des Paares. Sie werden in der Kirche getauscht und danach von vielen Paaren aufbewahrt.

Was bedeutet der Geldtanz bei einer griechischen Hochzeit?

Gäste stecken Braut und Bräutigam beim Tanzen Geldscheine an die Kleidung oder reichen sie direkt, oft verbunden mit einem kurzen Wunsch. Die Musik hält den Moment zusammen, solange noch jemand ansteht.

Wer ist der Koumbaros und welche Aufgaben hat er?

Koumbaros oder Koumbara sind die Trauzeugen. Sie haben während der Zeremonie eine sichtbare Aufgabe bei den Stefana und bleiben danach eine feste Bezugsperson für das Paar.

Warum liegen Koufeta in ungerader Zahl in der Bonbonniere?

Nach griechischem Volksglauben liegen sie in ungerader Zahl darin, damit die Ehe eine einzige bleibt. Das ist Volksglaube, keine Kirchenregel.

Warum wird bei griechischen Hochzeiten Reis geworfen?

Reis gilt in vielen Kulturen als Zeichen für Wohlstand und ein gutes gemeinsames Leben. Gäste werfen ihn, wenn das Paar aus der Kirche kommt.

Sind die Bräuche bei einer deutsch-griechischen Hochzeit anders?

Die Symbole bleiben dieselben. Anders ist meist nur, dass sie einer Seite der Familie erklärt werden müssen, bevor sie passieren.

Musik für Ihre Feier

Welche Bräuche an Ihrem Tag vorkommen, entscheiden Sie mit Ihrer Familie. Die Musik dazu bringe ich mit, solo, im Duo oder mit meiner Gruppe Asikides. Mehr dazu auf der Seite griechische Hochzeitsmusik in München.