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Lohnt sich Livemusik im Restaurant?

Was bringt mir als Wirt ein Musiker im Haus?

Keine der vorliegenden Umsatzstudien zur Gastronomie misst Livemusik.

Was es gibt, betrifft Musik aus der Konserve. Wer Ihnen eine Zahl für Livemusik nennt, hat sie entweder von der Hintergrundmusik geliehen oder erfunden. Diese Seite sagt deshalb zuerst, was belegt ist, dann was sich daraus vernünftig ableiten lässt, und schließlich, wann sich ein Musikabend für Sie eher nicht lohnt.

Ein Satz vorweg, damit Sie nicht weiterlesen müssen: Wenn Sie an allen Tagen, an denen Sie öffnen, voll sind und mit dem Ergebnis zufrieden sind, brauchen Sie keinen Musiker. Das ist keine Floskel, sondern der ehrliche Fall.

Quellen: GEMA, Music Impact Studie, veröffentlicht am 31. Juli 2025 (gema.de/de/w/music-impact-studie-2025), wiedergegeben in einer dpa-Meldung bei ZDFheute vom selben Tag; Wen, Leung und Pongtornphurt, Journal of Hospitality and Tourism Management, 2020 (doi.org/10.1016/j.jhtm.2020.02.007); Milliman, Journal of Consumer Research 13/2, 1986, Seiten 286 bis 289; Behavioral Sciences 14/12, 2024, Artikel 1188 (doi.org/10.3390/bs14121188). Diese Seite ersetzt keine Rechts- oder Unternehmensberatung. Stand dieser Seite: September 2026.

Welche Zahlen gibt es wirklich?

Drei Befunde, und alle drei mit einer Einschränkung, die dazugehört.

Musik erhöht den Umsatz, gemessen an der Konserve. Die GEMA hat 2025 eine Feldstudie an über 200 Einzelhandels- und Gastronomiestandorten in Deutschland vorgelegt, Feldphase September 2023 bis November 2024. In Wochen mit Hintergrundmusik lag der Gastronomieumsatz im Schnitt 5,4 Prozent höher als in Wochen ohne. Dazu gehört: Auftraggeberin ist die GEMA, die selbst Musiklizenzen vergibt, ein vollständiger Studienbericht mit Stichprobengrößen je Branche ist nicht veröffentlicht, und gemessen wurde ausschließlich Hintergrundmusik.

Passende Musik wirkt stärker als beliebte Musik. In einer Online-Befragung mit 346 auswertbaren Antworten hing die wahrgenommene Echtheit eines Restaurants stärker damit zusammen, ob die Musik zum Thema des Hauses passt, als damit, ob sie den Gästen gefällt. Die wahrgenommene Echtheit wiederum hing mit Zufriedenheit und Wiederkommen zusammen. Einschränkung: Das Gefallen war ebenfalls bedeutsam, bei Familien sogar stärker, und untersucht wurde Hintergrundmusik bei US-Gästen.

Musik verlängert den Aufenthalt. In einem Feldversuch in einem US-Restaurant blieben Gäste bei langsamer Musik im Schnitt 56 Minuten am Tisch statt 45 Minuten bei schneller Musik. Der Essensumsatz änderte sich dabei nicht, nur der Umsatz mit alkoholischen Getränken stieg. Ein Feldversuch von 2024 hat die längere Verweildauer bestätigt, den Umsatzeffekt nicht: dort war die Rechnungshöhe zwischen den Tempogruppen gleich.

Kostas Pittadakis singt am Mikrofon in einer Taverne

Was folgt daraus für einen Live-Abend?

Die Befunde stammen von der Konserve, aber zwei davon lassen sich vernünftig übertragen, weil sie nichts über die Art der Musik aussagen, sondern über ihre Wirkung im Raum.

Der erste ist die Passung. Ein griechischer Abend in einem griechischen Haus erklärt sich selbst; dieselbe Musik in einem bayerischen Wirtshaus wirkt aufgesetzt. Was ein Musiker gegenüber einer Playlist zusätzlich leistet, ist kein Dauerzustand, sondern ein Anlass: ein Termin, den man ankündigen kann, über den Gäste reden und den sie vormerken. Eine Playlist gestaltet jeden Abend, ein Musiker macht einen einzelnen Abend anders.

Der zweite ist die Verweildauer, und der schneidet in beide Richtungen. Wer an einem Abend zwei Tischbelegungen braucht, verliert durch längeres Sitzenbleiben. Wer einen schwachen Wochentag füllen will, gewinnt dadurch.

Wann lohnt es sich eher nicht?

In vier Fällen raten wir ab, und zwar bevor Sie anfragen.

Wenn Ihr Haus an allen Öffnungstagen ausgelastet ist und Ihre Rechnung auf schnellem Durchlauf beruht. Wenn die Musik nicht zu Küche und Publikum passt, weil sie dann als Fremdkörper wirkt. Wenn Sie gerade in der Hochsaison stecken und niemanden haben, der sich um Ankündigung und Ablauf kümmert. Und wenn Sie nur einen einzelnen Termin planen, ohne ihn anzukündigen: dann erreicht er nur die Gäste, die ohnehin gekommen wären.

Der häufigste Grund, warum ein Musikabend nichts bringt, ist nicht die Musik. Es ist, dass niemand vorher davon wusste.

Worauf achten Sie vor der ersten Buchung?

Sieben Punkte, die sich vorher klären lassen und hinterher Ärger ersparen.

  • Platz. Ein Solo mit Gitarre oder Bouzouki braucht etwa zwei mal zwei Meter, einen Stuhl ohne Armlehnen und eine erreichbare Steckdose. Rechnen Sie aus, wie viele Sitzplätze das kostet.
  • Lautstärke. Ausdrücklich vereinbaren, nicht voraussetzen: akustisch oder leicht verstärkt, kein Schlagzeug, Gespräche am Tisch müssen möglich bleiben.
  • Spielzeiten. Beginn, Anzahl und Länge der Sets, Pausen und Endzeit. Üblich sind drei Sets zu etwa 45 Minuten. Der Aufbau gehört vor die ersten Gäste.
  • Schriftliche Zusage. Datum, Uhrzeiten, Besetzung, Gage samt Fahrtkosten, Zahlungsweise und eine Regelung für den Ausfall auf beiden Seiten.
  • Anmeldungen. Die Veranstaltung bei der GEMA melden, die Künstlersozialabgabe auf das Honorar einplanen, und prüfen, ob eine Anzeige bei der Gemeinde nötig ist. Einzelheiten stehen in den Ratgebern unten.
  • Personal. Ein Abend mit längerer Verweildauer braucht eine andere Besetzung als einer mit zwei Tischbelegungen.
  • Messen. Legen Sie vorher fest, woran Sie den Erfolg messen: gleicher Wochentag mit und ohne Musik, Gästezahl, Durchschnittsbon, Reservierungen. Ohne diesen Vergleich bleibt es Gefühl.

Vereinbarung über einen Musikabend, zum Ausfüllen

Die Punkte von oben als Formular: acht Abschnitte, 27 Felder, dazu fünf Fragen an sich selbst vor der Unterschrift. Enthält keine Gage und keine Preisempfehlung und bevorzugt keinen Vertragspartner, Sie können sie für jeden Musiker verwenden.

Vereinbarung herunterladen

PDF, vier Seiten. Ohne Formular, ohne E-Mail-Adresse, direkter Download. Stand September 2026. Eine Arbeitshilfe, keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen von Wirtinnen und Wirten

Gibt es Zahlen, dass sich Livemusik im Restaurant rechnet?

Für Livemusik nicht. Die einzige größere deutsche Erhebung mit Umsatzzahlen betrifft Hintergrundmusik: In der Music Impact Studie der GEMA lag der Gastronomieumsatz in Wochen mit Musik im Schnitt 5,4 Prozent höher als in Wochen ohne. Auftraggeberin ist die GEMA, die Musiklizenzen selbst vergibt. Auf Livemusik lässt sich die Zahl nicht übertragen.

Lohnt sich Livemusik auch, wenn mein Restaurant ohnehin gut besucht ist?

Wenn Sie an allen Öffnungstagen voll sind und mit dem Ergebnis zufrieden sind, dann nicht. Interessant wird es bei einem schwachen Wochentag, bei einem Publikum, das früh wieder geht, oder wenn Sie einen Anlass brauchen, über den Gäste reden und den sie im Kalender vormerken.

Muss die Musik zu meiner Küche passen?

Darauf deutet die Forschung hin. In einer Befragung mit 346 auswertbaren Antworten hing die wahrgenommene Echtheit eines Restaurants stärker damit zusammen, ob die Musik zum Thema des Hauses passt, als damit, ob sie den Gästen einfach gefällt. Untersucht wurde allerdings Hintergrundmusik bei US-Gästen.

Verliere ich Umsatz, wenn Gäste wegen der Musik länger sitzen bleiben?

Das kann passieren. In einem Feldversuch in einem US-Restaurant blieben Gäste bei langsamer Musik im Schnitt 56 Minuten am Tisch statt 45 Minuten bei schneller. Wenn Ihre Rechnung auf zwei Tischbelegungen pro Abend beruht, arbeitet die Musik gegen Sie; dann passt ein Musikabend eher auf einen schwächeren Tag.

Was kostet mich ein Abend mit Musik außer der Gage?

Die Anmeldung bei der GEMA für die Veranstaltung, die Künstlersozialabgabe auf das gezahlte Honorar, gegebenenfalls die Anzeige bei der Gemeinde, und den Platz, den die Spielfläche kostet. Ein Solo braucht etwa zwei mal zwei Meter und eine erreichbare Steckdose.

Worauf sollte ich bei der Absprache mit dem Musiker bestehen?

Auf eine schriftliche Zusage mit Datum, Spielzeiten, Besetzung, Gage und einer Regelung für den Ausfall. Dazu eine ausdrückliche Vereinbarung über die Lautstärke: Gespräche am Tisch müssen möglich bleiben.

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Einen Abend besprechen

Wenn Sie überlegen, ob ein griechischer Abend in Ihr Haus passt: Rufen Sie an, dann klären wir in zehn Minuten, ob es sich für Sie lohnt. Wenn nicht, sage ich Ihnen das.

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